Sicher kommunizieren auch im Ernstfall

Energie für Neues

8. Februar 2022

Stadtwerke Husum Netz setzen in Zusammenarbeit mit anderen städtischen Betrieben und der Freiwilligen Feuerwehr gemeinsames digitales Funksystem ein – zahlreiche Vorteile gegenüber analogem Funknetz – gemeinsame Kommunikationsübung erfolgreich

HUSUM. Sie sind gut vorbereitet, auch wenn es eng wird: Die Stadtwerke Husum Netz GmbH (Husum Netz), das Ordnungsamt der Stadt Husum, die Stadtwerke Husum Abwasserentsorgung, der Kommunale Servicebetrieb Husum (Bauhof) und die Freiwillige Feuerwehr kommunizieren bei Einsätzen ab sofort über ein digitales Funksystem. Weil bei extremen Wetterlagen der Einsatz herkömmlicher Kommunikationsmittel wie Telefon, Fax oder Internet nicht absolut sicher ist, verständigen sich Einsatzkräfte grundsätzlich über Funk. Im Gegensatz zum bisher genutzten analogen Funk bietet das Digitalfunknetz zahlreiche Vorteile, die die Sicherheit erheblich erhöhen. Es gibt keine Störungen in der Übertragung, Hintergrundgeräusche werden herausgefiltert und die Kommunikation ist abhörsicher. Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) können schon seit Jahrzehnten betriebsintern über einen nichtöffentlichen Funkdienst kommunizieren. Seit 2007 wird der sogenannte BOS-Funk deutschlandweit digitalisiert. „Nur über den BOS-Funk hätten wir uns aber nicht mit dem Bauhof und der Husum Netz zusammenschließen können“, erklärt Malte Hansen, Leiter des Ordnungsamts der Stadt Husum. Deshalb habe man ein Projekt für gemeinsamen digitalen Betriebsfunk gestartet. Sönke Eggers, Technischer Leiter der Husum Netz, ergänzt: „Als Netzbetreiber kommunizieren wir schon lange betriebsintern via Funk. Das ist Teil unseres zertifizierten technischen Sicherheitsmanagements. Wir freuen uns, dass wir uns nun in besonderen Situationen schnell und sicher mit den Kolleginnen und Kollegen anderer Unternehmen austauschen können.“

Erfolgreicher Probeeinsatz
Damit die Kommunikation im Ernstfall auch reibungslos klappt, haben die städtischen Unternehmen und die Freiwillige Feuerwehr im Dezember eine Kommunikationsübung durchgeführt. Das erdachte Szenario: Gewitter mit Sturmböen und Starkregen. Dazu wurden im Stadtgebiet zwei Basisstationen errichtet, die für jeden der beteiligten Partner eine eigene Funkzone zur Verfügung stellen. Innerhalb ihrer Zonen kommunizieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im täglichen Betrieb nur intern. Für den Krisenfall wird eine weitere Funkzone aktiviert, über die sich die Verantwortlichen in den Krisenstäben der einzelnen Unternehmen und Organisationen schnell und ausfallsicher vernetzen können. In diesem Fall wird auch die Freiwillige Feuerwehr mit ihren beiden Feuerwachen und einem Einsatzleitwagen an die Funkzone angebunden. „Die Hochwasserkatastrophen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zeigen uns, wie wichtig die Vorbereitung auf einen solchen Ernstfall ist“, hebt Ekkehard Lenius, Leiter Husum Abwasser und Kommunaler Servicebetrieb Husum (Bauhof), die Bedeutung der Kommunikationsübung hervor.

Ungewohnt für „Generation Smartphone“
Nicht nur im Katastrophenfall kommen die Funkgeräte zum Einsatz, auch im Arbeitsalltag dienen sie der Kommunikation. „Bevor Handys und Smartphones so selbstverständlich geworden sind, war Funken immer der schnellste und einfachste Weg der Kommunikation in unserem Unternehmen“, berichtet Sönke Eggers und ergänzt: „Heute müssen wir vor allem unsere Auszubildenden neu an das Prinzip Funk heranführen.“ Der entscheidende Vorteil sei dabei die Kommunikation „eins zu n“, das heißt: Einer spricht, und alle für die die Nachricht ebenfalls wichtig ist, hören mit. Dafür ist die Bedienung der Funkgeräte im Vergleich zum Smartphone vielleicht etwas ungewohnt. Doch durch regelmäßiges Üben lernen die jungen Menschen den Umgang mit den Funkgeräten, die auch in Fahrzeugen der Husum Netz verbaut sind.

Eine Technik für alle
Für den gemeinsamen Digitalfunk im DMR-Standard nutzen die Projektpartner mehrere Frequenzen zwischen 450 und 460 Megahertz (MHz). Die Bundesnetzagentur hat ihnen die entsprechenden Frequenzen für diesen Zweck zugeteilt. Das Funknetz mit zwei Basisstationen deckt das gesamte Versorgungsgebiet der Husum Netz ab. „Die Basisstationen werden von uns notstromversorgt, sodass wir auch im Falle eines Stromausfalls miteinander kommunizieren können“, erklärt Sönke Eggers. Die Fahrzeugfunkgeräte werden von der Autobatterie gespeist, sind also vom Netzstrom unabhängig. Der Akku eines Handfunkgerätes hält je nach Gesprächshäufigkeit etwa 12 Stunden, lässt sich aber mit einem Handgriff austauschen. Das zum Beispiel ginge bei einem Smartphone nicht, ganz abgesehen davon, dass man über ein Smartphone bei ausgefallenem Mobilfunknetz nicht mehr kommunizieren könnte.

Das Übungsszenario im Detail
Gewitter-Unwetter mit Sturmböen und Starkregen. Aufgrund der Wetterlage sind die drahtgebundene Kommunikation im Stadtgebiet per Telefon, Fax und Internet sowie das Mobilfunknetz ausgefallen.

  • Überflutungen von Straßen
  • Ausfall der Stromversorgung in einzelnen Teilen der Stadt
  • Überlastung der Pumpstationen der Abwasserführung aufgrund des Niederschlag
  • Ausfall der Stromversorgung der Kläranlage
  • Überfüllung des Regenrückstaubeckens
  • Umgestürzte Bäume blockieren Straßen
  • Strandung eines Intercity-Zuges mit 300 Reisenden am Husumer Hauptbahnhof

Bildunterschrift: Probeeinsatz gelungen! (V.l.n.r.): Bernd Clausen, Andre Krieger und Nils Götz in der Leitwarte der Husum Netz nach dem erfolgreichen Test des digitalen Betriebsfunks.
(Foto: Husum Netz; zum Abdruck frei)

Ansprechpartner für die Presse:

Doris Hartung-Schach
Stadtwerke Husum GmbH
Am Binnenhafen 1
25813 Husum
Telefon 04841 8997-221
E-Mail: d.hartung-schach@stadtwerke-husum.de