Schön warm mit weniger Gas

HUSUM. 3.200 Kilogramm schwer ist das neue Blockheizkraftwerk (BHKW), dass die Stadtwerke Husum jetzt in zentimetergenauer Arbeit per Kran in die Wärmezentrale an der Hermann-Tast-Schule am Bahndamm 1 gehievt haben. Es ist Teil der energetischen Modernisierung, in die der kommunale Versorger aktuell über 300.000 Euro investiert. Ziel ist es, die in die Jahre gekommene Anlage durch ein hocheffizientes BHKW mit entsprechendem Pufferspeicher zu ersetzen und die Emissionen von Kohlendioxid (CO2) zu senken. „Die neue Anlage braucht weniger Erdgas; entsprechend reduziert sich auch der Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen“, erklärt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum, und ergänzt: „Das ist ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz.“ Blockheizkraftwerke arbeiten nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt, sie erzeugen gleichzeitig Wärme sowie Strom und nutzen deshalb den Brennstoff besonders gut aus. Ihr Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent. Der größere Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 10.000 Litern dient dazu, das BHKW regelmäßiger betreiben zu können. Das reduziert die Wartungskosten und verlängert die Lebensdauer der Anlage. Mit der erzeugten Wärme von rund 2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr wird aber nicht nur die Hermann-Tast-Schule beheizt, sondern auch weitere Liegenschaften des Kreises Nordfriesland wie die Kreisberufsschule und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein. Der erzeugte Strom wird in das Stromnetz der Husum Netz eingespeist und nach den Sätzen des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes vergütet.

Großes Einsparpotenzial im Gebäudebestand

Außerdem erneuert der Energiedienstleister auch den Spitzenlastkessel der Anlage. Seine Aufgabe ist es, die Wärmeversorgung zu Spitzenzeiten – wie beispielsweise an eiskalten Wintertagen – sicherzustellen und bei eventuellen Ausfällen des BHKW einzuspringen. Benn Olaf Kretschmann betont: „Kraft-Wärme-Kopplung leistet einen spürbaren Beitrag zur wichtigen Wärmewende. Sie ist mit entscheidend für das Gelingen der Energiewende, denn in der energetischen Sanierung von Gebäuden liegt ein enormes Einsparpotenzial.“ Mit Blick auf die ab 2021 in Kraft tretende Bepreisung von CO2 für Wärme aus fossilen Energieträgern wird eine Investition in Dämmung oder Modernisierung der Heizanlagen noch attraktiver. „Je geringer der Energiebedarf oder je umweltschonender der Brennstoff, umso günstiger für den Verbraucher“, erklärt er das System. Ab 2021 wird die Emission von CO2 bepreist, zunächst voraussichtlich mit 25 Euro pro Tonne. Der Preis steigt dann bis 2025 auf voraussichtlich 55 Euro pro Tonne. „Wir engagieren uns für eine emissionsarme und effiziente Energiezukunft in der Region“, sagt der Stadtwerke-Chef. „Das hilft dem Klima und somit unserer Lebensqualität.“

Maßarbeit: Der neue Pufferspeicher zieht in die Wärmezentrale an der Hermann-Tast-Schule ein. Die Stadtwerke Husum ersetzen dort die Wärmeversorgung für die Schule und weitere Liegenschaften durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk. Der Speicher ist Teil da-von. (Foto: Stadtwerke Husum)

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