Mobiles Hochspannungslabor

HUSUM. Seit wenigen Wochen steht er auf dem Betriebshof der Stadtwerke Husum Netz GmbH (Husum Netz). Und wenn es nach Bernd Clausen geht, sollte er dort die meiste Zeit bleiben: „Unser neuer Kabelmesswagen kommt zum Einsatz, wenn die Netzleitstelle eine Störung im Stromnetz meldet“, erklärt der Netzmanager Elektrizität der Husum Netz. Über den mit modernsten Messgeräten ausgestatteten Anhänger können er und sein Team defekte Isolierungen und Schäden an Erdkabeln genau orten. „Das spart einerseits Zeit, andererseits senkt es auch Kosten, zum Beispiel durch zielgenaue Tiefbauarbeiten“, erläutert Bernd Clausen. Der neue Messwagen ersetzt den alten, der seit 1993 im Einsatz war. Zusätzlich verfügt der neue Anhänger zu den fest eingebauten Geräten über mobile Spezialgeräte wie ein Bodenschallmikrofon. Damit haben die Mitarbeiter der Husum Netz im Fall der Fälle alles parat. „Wenn wir Fehler schneller orten, kann die Störung schneller behoben werden und das Netz schneller wieder in den Normalbetrieb gehen. Das gilt sowohl für die Mittel- und die Niederspannung als auch für die Straßenbeleuchtung“, resümiert er. Im Auftrag von Firmen und Privatpersonen findet die Husum Netz auch Kabelfehler auf deren Gelände.

Hören, wo es knallt

Im Inneren ist der Wagen zweigeteilt. Eine Seite ist voll mit Messgeräten, Hochspannungsgenerator und Kabeln, die andere besteht aus einem komplett ausgestatteten Büro. Dort werden die Messungen per Mausklick gestartet und die Ergebnisse anschließend ausgewertet. Unterwegs sind die Mitarbeiter der Husum Netz immer zu zweit: „Wir arbeiten mit Hochspannung, da ist Sicherheit oberstes Gebot“, betont Bernd Clausen. Wird eine Fehlerstelle eingemessen – so der Fachausdruck – startet und überwacht ein Mitarbeiter die Messung, der andere kontrolliert den Leitungsabschnitt. „Die Feinortung läuft über Geräusche. Die Mitarbeiter simulieren einen Spannungsüberschlag. Dabei entsteht am Kabel ein Knall, ähnlich dem eines Blitzschlags. Dieses Geräusch orten wir mit einem mobilen Bodenschallmikrofon“, erläutert der Netzmanager.

Hohe Versorgungsqualität

Das Netzgebiet der Husum Netz umfasst Husum, Mildstedt und Hattstedt. Hier mussten die Bürgerinnen und Bürger im Jahr 2019 durchschnittlich 6,32 Minuten auf Strom verzichten, während der Strom im Bundesdurchschnitt etwa doppelt so lang ausfiel. Diese amtlichen Werte ermittelt die Bundesnetzagentur; jede Störung muss ihr gemeldet werden. Sie überwacht die Netzbetreiber in Deutschland und achtet auch darauf, dass ihre Netze die gesetzlichen Qualitätsstandards erfüllen. Die Husum Netz investiert kontinuierlich in ihre Netze und Anlagen, um die hohe Versorgungsqualität langfristig sicherzustellen.

Die moderne Technik im Messwagen hilft Fehlerstellen zu finden. So können sie schnell behoben werden. Detlef Rahn, Techniker der Husum Netz, ortet mit dem Bodenschallmikrofon eine unterirdische Fehlerstelle. Punktgenau wird dann gegraben und das Erdkabel repariert. (Fotos: Husum Netz).

Ansprechpartner für die Presse:

Norbert Jungjohann
Geschäftsführer der Husum Netz
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E-Mail: n.jungjohann@husumnetz.de