Zu teuer, kaum Ladesäulen und die Autos haben keine Reichweite!“ – Was ist wirklich dran an diesen E-Mythen?

E-Auto Mythen im Check: Was ist dran an den üblichen Gerüchten?

„Zu teuer, kaum Ladesäulen und die Autos haben keine Reichweite!“ – Was ist wirklich dran an diesen E-Mythen?

Dass die 1-Million-Elektro-Auto-Marke auf Deutschlands Straßen noch nicht erreicht wurde, hat auch (aber nicht nur) mit den Mythen zu tun, die rund um das Thema „E-Mobilität“ ranken. Diese Mythen, die zum Teil seit vielen Jahren bestehen und oft schlichtweg falsch sind, halten sich leider immer noch sehr hartnäckig. Doch warum ist das eigentlich so?

Der Begriff „Mythos“ lässt sich vielleicht am ehesten mit „behauptete Wahrheit“ übersetzen, wobei diese behauptete Wahrheit von den Verbreitern selber als wahr eingestuft wird.

Es geht also nicht um eine Lüge „im klassischen Sinn“, sondern vielmehr um eine angenommene Wahrheit, die besser zur eigenen Gefühlslage passt oder sogar eigene Ängste bestätigt – und dies dann auch gerne anderen mitgeteilt wird (was in Zeiten des Internets mit einem Klick auch tausendfach geschieht).

Und so können angenommene Wahrheiten, oder eben Mythen, zu allen Themen blitzschnell mit Tausenden Menschen im Web geteilt werden, die ihrerseits nun auch wieder diese Mythen tausendfach teilen. Und irgendwann wird eine Unwahrheit/Falschmeldung zu einem Mythos und somit für viele Menschen zur Wahrheit.

Diesem Phänomen kann man leider nicht so ohne Weiteres mit reiner Aufklärung begegnen. Auch unwiderlegbare Beweise sorgen nicht automatisch dafür, dass ein Mensch sich von seiner Wahrheit wieder löst.

Und gerade das Thema Auto scheint für die Deutschen nach wie vor eines ihrer Liebsten zu sein – auch weil es sich trotz aller Rückgänge insgesamt um eine der wichtigsten Schlüsselindustrien handelt.

Und gleich welcher Skandal (von Elchtest bis Abgas-Betrug, von TT-Kurve bis Gelber-Engel-Skandal beim ADAC): Das Auto bleibt des Deutschen liebstes Kind.

Die ZEIT vermerkt dazu sehr passend: “Das deutsche Automobil – das sind wir selbst. Eben deshalb regt das Thema die Deutschen auf wie kaum ein anderes: Wer das deutsche Auto angreift, der greift auch die Deutschen an. (…)“

Wie können wir als regionales Stadtwerk also dazu beitragen, das die Elektromobilität nicht nur als ernsthafte und bereits hunderttausendfach bewährte Technologie funktioniert, sondern auch ein wichtiger Schlüssel zur Energiewende ist?

Wir haben uns einmal die (Gegen-) Argumente angeschaut, die wir auch in Gesprächen mit unseren Kund:innen öfter schon gehört haben. Und die auch für uns absolute Ausschlusskriterien für E-Autos wären.

Wenn sie denn so stimmen würden!

Mythos 1: Zu hohe Anschaffungskosten

Genauer: „Zu hohe Anschaffungskosten im Vergleich zu einem Auto mit Verbrennungsmotor.“ Immerhin der Grund, den mehr als 1/3 der Teilnehmer einer Umfrage (Link Statista) angegeben haben, aus dem sie sich kein E-Auto kaufen würden.

Sicherlich ein wichtiger Grund, denn ein Auto muss in jedem Fall bezahlbar sein. Der Teufel, oder in dem Fall eher der Engel, steckt im Detail:

Der ADAC hat in einer umfangreichen Vollkostenbetrachtung alle Faktoren in einen Vergleich „Verbrenner vs. Elektro“ einbezogen. Das bedeutet, dass neben dem Kaufpreis auch Förderungen & Prämien, Betrieb & Wartung, Wertverlust usw. mit einberechnet wurden.

Und siehe da: „Rechnet man alle Kosten eines Autos zusammen, vom Kaufpreis über sämtliche Betriebs- und Wartungsaufwände bis zum Wertverlust, schneiden Elektroautos immer häufiger besser ab als Verbrenner. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Vollkosten-Berechnung von nahezu allen auf dem deutschen Markt aktuell erhältlichen Elektroautos sowie Plug-in-Hybriden mit Benzinern oder Dieseln mit vergleichbarer Motorleistung und ähnlicher Ausstattung.“ (Link ADAC)

Mythos-Widerlegung 1:
Ja, irgendwie teuer sind Autos ja immer schon gewesen – aber im Vergleich mit klassischen Motorisierungen schneiden vergleichbare E-Autos ziemlich gut ab.

Mythos 2: Zu geringe Reichweite mit einer Batterieladung

Rund 25% der Befragten haben diesen Grund als Kaufhindernis angegeben. Die Sorge davor, mit leerer Batterie auf der Landstraße liegenzubleiben ist nur allzu verständlich. Nun ist die geringe Reichweite ein subjektives Empfinden und muss ggf. etwas genauer hinterfragt werden. Fakt ist: Wer ein E-Auto kauft, der muss eine Gewohnheiten anpassen und z.B. auch sein Tank- bzw. Ladeverhalten anpassen. Fakt ist aber auch: Der durchschnittliche Weg zur Arbeit beträgt in Deutschland nur rund 17km, wenn er auch in manchen Teilen über 30km liegt. Wer also die zu geringe Reichweite (im Alltag) beklagt, der sei beruhigt. In den allermeisten Fällen dürften 1-2 Ladungen / Woche genügen, um den Alltag zu meistern.

Neu zugelassene E-Autos sollen ab diesem Jahr eine durchschnittliche Reichweite von 400km haben (unter Laborbedingungen natürlich, aber das kennen wir ja auch vom Verbrenner). (Quelle Springer)

Mythos-Widerlegung 2:
Die meisten Menschen dürften im Alltag keine Probleme mit der Reichweite eines E-Autos haben. Insbesondere, wenn zuhause eine Ladesäule zur Verfügung steht, so dass das Auto jeden Tag wieder geladen werden kann.

Mythos 3: Zu lange Ladezeiten

Im Vergleich zu einem Verbrenner unterliegt das E-Auto hier ganz klar. Aber trotzdem ist die Annahme „zu lange Ladezeiten“ ein Mythos, der sich hartnäckig hält.

Denn wir müssen uns den Ladestatus eines E-Autos etwas genauer anschauen: Die ersten 80% lädt das Auto verhältnismäßig schnell, die restlichen 20% brauchen etwas länger.

Hier hängt es auch davon ab, mit welcher Leistung geladen werden kann. Eine Schnell-Ladesäule an der Autobahn macht natürlich Sinn, sofern das E-Auto auch diese Leistung aufnehmen kann. Und so schwanken hier die Zahlen deutlich: Während also das eine Auto nach 30 Minuten nur 50km Reichweite laden kann, lädt das andere Auto in der gleichen Zeit 300km nach.

Mythos-Widerlegung nur zum Teil:
Hier haben die Kritiker recht. Das Tanken dauert für jeden Verbrenner etwa gleichlang, auch wenn die Tankkapazität bei Kleinwagen geringer ausfällt. Beim Laden muss genügend Leistung bereitstehen und die Batterie diese Leistung aufnehmen können, sonst steht man auf Reisen schon einmal etwas länger. Für längere Strecken muss daher ausreichend Zeit eingeplant werden.

Eigene Tests bei uns haben aber ergeben, dass eine bequeme Fahrt von Kiel nach Berlin mit 2 kurzen Ladeintervallen von je ca. 30 Minuten durchaus machbar sind. Und schließlich soll man eh alle 2 Stunden eine Pause machen. Und wenn das Auto dann nebenbei laden kann, ist alles nur halb so schlimm!

Mythos 4: Zu wenig freie Ladepunkte

Die Sorge, nicht jederzeit und überall laden zu können, hält viele Menschen davon ab, sich mit der Anschaffung eines E-Autos näher zu beschäftigen. Es ist nur allzu verständlich, dass dies ein großes Ausschlusskriterium sein kann, sich ein E-Auto zu kaufen.

Und ja: Nicht immer ist die gewünschte Säule unterwegs gerade frei oder der zugehörige Parkplatz wird auch gerne mal vom Verbrenner blockiert. Wer also zu Hause keine eigene Säule hat, an der das E-Auto nachts fix angeschlossen werden kann, kann sich mit einem kleinen Trick behelfen:

E-Fahrer sind dazu übergegangen, möglichst bei jeder Gelegenheit ihr Auto unterwegs zu laden. Mit ein wenig Planung ist dies in der Regel auch ohne besonderen Aufwand möglich. Meistens können freie Säulen direkt über das Navi im Auto oder eine App angezeigt werden. Wer also bei jeder Gelegenheit lädt, der kommt seltener in die Situation, laden zu müssen, weil die Batterie langsam leer gefahren ist.

Abseits der eigenen Planung und Umstellung darf eines auch nicht verschwiegen werden. Aktuell (Q3/2020) gibt es in Deutschland mehr als 20.000 öffentliche Ladesäulen. Und diese haben in der Regel zwischen 1-3 Ladepunkte.

Mythos-Widerlegung: 

Die Kombination aus der steigenden Zahl öffentlicher Ladesäulen sowie der einfachen Tatsache, dass eine überwältige Anzahl E-Fahrer schlicht zu Hause lädt, macht eines klar: Die Zahl der Ladepunkte muss immer weiter steigen, sie reicht aber aktuell in den allermeisten Fällen sicher aus, um mit einem E-Auto gut durch den Tag zu kommen!

Mythos 5: Unklare Preisstruktur beim Laden

Nun, wir können jetzt nicht für den Wettbewerb sprechen, aber bei uns ist alles klar und transparent! Mit unserer Ladekarte bezahlst du als Kunde 32ct / kWh an unseren Säulen.

Mythos Widerlegung: 

Willst du mehr dazu wissen? Dann klicke bitte hier: Mehr zu unserem E-Säulen-Tarif.

Fazit

Das waren die ersten 5 von 10 Mythen, die sich immer noch hartnäckig um das Thema E-Mobilität halten. Wir hoffen, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen und widerlegen in unserem Blog bald die nächsten 5 Mythen!

Wenn du Fragen zu diesem Thema hast, ruf uns an oder schick uns eine Nachricht!