Energie für Neues

23. September 2022

Stadtwerke Husum erläutern Situation am Energiemarkt

Zum 1. Januar kosten Strom und Gas mehr – Preiserhöhung moderat im nationalen Vergleich – Energiesparmaßnahmen für Stadtwerkegebäude und Husum Bad

HUSUM. Am vergangenen Donnerstag (22. September) haben die Stadtwerke Husum vor dem Hauptausschuss der Stadt Husum die aktuelle Situation am Energiemarkt dargelegt. Die Preise am Beschaffungsmarkt für Energie seien auf Rekordniveau, erläuterte Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum. „Die meisten Versorger werden Preissteigerungen zum Jahreswechsel nicht vermeiden können“, sagte er und ergänzte: „Experten warnen, dass zahlreiche Energieanbieter ihre Preise für 2023 verdoppeln werden. In diesem Rahmen bewegen sich die Preisanpassungen der Stadtwerke Husum lange nicht.“ Der Geschäftsführer kündigte eine Preissteigerung für Strom und Gas zum 1. Januar 2023 an. Beim Strom sei mit einem Preisanstieg von 30 bis 50 Prozent zu rechnen, beim Gas kämen Mehrkosten zwischen 20 und 30 Prozent auf die Kundinnen und Kunden zu. Dabei handle es sich noch um eine grobe Schätzung, die tatsächliche Kalkulation findet statt, wenn alle Preisbestandteile wie etwa die Netzentgelte bekannt sind. Aktuelle Analysen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) belegen anhand einer exemplarischen Modellkalkulation eine Preissteigerung beim Beschaffungspreis für Erdgas allein im dritten Quartal 2022 von 10 auf über 14 Cent pro Kilowattstunde. Aufgrund der noch immer geltenden Regelungen am Preismarkt gibt es einen engen Zusammenhang zwischen Strom- und Gaspreisen („Merit-Order-Effekt“). Durch eine vorausschauende Einkaufsstrategie, bei der Energiemengen langfristig in Tranchen beschafft werden, haben die Stadtwerke Husum Preissteigerungen in exorbitanter Höhe verhindern können, so der Geschäftsführer. Die Stadtwerke Husum informieren ihre Kundinnen und Kunden per Brief über die Preisanpassung.

Stadtwerke stehen im Austausch mit Sondervertragskunden
Die Preiserhöhung zum 1. Januar betreffe primär Haushaltskunden und Kleingewerbe. Sondervertragskunden, beispielsweise größere Gewerbekunden, entscheiden selbst über den Einkaufszeitpunkt, also darüber, ob der Energiebedarf lange im Vorfeld oder kurzfristig gedeckt wird. In diesem Fall ist die Preisentwicklung weniger gut planbar. Dieser Umstand wird sich für einige Kunden kostensteigernd auswirken. „Wir sind aber mit unseren Sondervertragskunden in Kontakt und informieren sie über die aktuelle Situation“, berichtete der Geschäftsführer.

Abschläge anpassen
„Viele unserer Kunden erhöhen schon von sich aus ihre Abschlagszahlungen. Das können wir nur empfehlen“, sagte Benn Olaf Kretschmann. Im Dezember machen das die Stadtwerke dann einheitlich für die Abschläge aller Kunden. Diese werden rechtzeitig schriftlich über das Vorgehen informiert. „Wenn vorher schon freiwillig angepasst wurde, kann dann in einigen Fällen vielleicht sogar wieder gesenkt werden“, fährt er fort.

Entlastungen sollen kommen
In dieser historischen Situation sei es von entscheidender Bedeutung, dass das Gleichgewicht gewahrt bleibt, erläuterte Benn Olaf Kretschmann. Einerseits seien viele Verbraucherinnen und Verbraucher kaum oder nicht in der Lage, die zukünftigen Energiepreise zu stemmen. Andererseits müsse verhindert werden, dass es bei einigen Stadtwerken zu Insolvenzen oder Liquiditätsschwierigkeiten komme, nur so könne die Versorgungssicherheit erhalten bleiben. „Was das angeht, können wir unsere Kundinnen und Kunden beruhigen. Wir kalkulieren verantwortungsvoll für beide Seiten. Wir sind stabil aufgestellt und geben nur weiter, was unbedingt nötig ist“, sagte Benn Olaf Kretschmann. Auch hoffe er, dass die von der Bundesregierung angekündigte temporäre Senkung der Mehrwertsteuer für Gas auf sieben Prozent konkret werde. „Diese geben wir dann eins zu eins an unsere Kunden weiter“, sagte er. Ebenso sei zu wünschen, dass das von der Bundesregierung angekündigte dritte Entlastungspaket schnell und unbürokratisch umgesetzt werde. Bürgergeld, Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger, Energiepauschale, Kinderbonus und alle weiteren Maßnahmen brächten zumindest eine Erleichterung.

Energie sparen ist Gebot der Stunde – auch im Husum Bad
Ein wichtiger Hebel, um den Gasverbrauch in Grenzen zu halten, sind Energiesparmaßnahmen im privaten Bereich. „Wir können gar nicht oft genug darauf hinweisen, da liegt viel Potenzial“, sagte Benn Olaf Kretschmann. Wertvolle Tipps rund um Heizung, Warmwasser und Strom gebe es etwa auf der Internetseite der Stadtwerke Husum. Die Stadtwerke Husum selbst seien – neben den gängigen Maßnahmen – derzeit dabei, weitere Einsparmöglichkeiten im Stadtwerkegebäude und auch beim Husum Bad zu ermitteln. „Zum Beginn der Heizperiode werden wir diese umsetzen“, schloss der Geschäftsführer.

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