Premiere für Mieterstrom in Husum

Bauprojekt Heimathafen Husum setzt auf Stadtwerke-Contracting– Mieter nutzen Wärme aus dem Keller – Strom günstiger als aus dem Netz – Ladesäule für E-Fahrzeuge komplettiert Konzept

HUSUM. Für die Energieversorgung können die Arztpraxis und die Mieter der 12 barrierefreien Wohnungen, die gerade in der Lornsenstraße entstehen, auf ein Rundum-sorglos-Paket zugreifen: Die Stadtwerke Husum GmbH (Stadtwerke Husum) übernehmen im Rahmen des Contractings die komplette Energieversorgung des Gebäudes. Die Verträge haben die Stadtwerke jetzt mit dem Bauträger Heimathafen Husum GmbH geschlossen. Der Clou: Ein kleines Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert vor Ort Wärme für Wohnungen und Praxis. Der Husumer Heimathafen zahlt lediglich für die abgenommene Wärme. Der Strom, der dabei erzeugt wird, fließt jedoch nicht einfach ins öffentliche Stromnetz ab, sondern steht als Mieterstrom den Bewohnern zur Verfügung. Weil staatliche Abgaben entfallen, ist er günstiger als der aus dem Netz. „In der Lornsenstraße entsteht das erste Mieterstromprojekt in Husum! Integriert ist es in ein individuelles Energiekonzept, das wegweisend für das Wohnen der Zukunft ist “, erklärt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum.

Das Energiekonzept: vergünstigter Strom

Alle Mieter können auf Wunsch den Mieterstrom aus dem heimischen Keller beziehen. Weil der Strom für Kühlschrank, Fernseher und Co. dann nicht aus dem öffentlichen Stromnetz stammt, sondern im Haus verteilt wird, entfallen Netzentgelte und ein Teil der Umlagen – der Strom ist also nicht nur lokal erzeugt sondern auch günstiger. „Bei unserem Contracting übernehmen wir die komplette Planung, Bau, Betrieb und Wartung des BHKW“, führt Kilian Wielgosch, zuständig für Contracting bei den Stadtwerken, Vorteile des Konzepts vor Augen. Die Wärmeversorgung des Gebäudes besteht im Kern aus einem Blockheizkraftwerk, das gleichzeitig Wärme und Strom er-zeugt. Hinzu kommt ein Erdgaskessel mit hocheffizienter Brennwerttechnik. Zwei Pufferspeicher, in denen überschüssige Wärme zwischengelagert wird, sorgen für die optimale Auslastung der Anlage. Auf diese Weise sind die Energiekosten für die Eigentümer planbar, die eigene Investition entfällt.

Strom einfach mitnehmen

Topmodern ist auch die Ladesäule für Elektrofahrzeuge, die vor dem Gebäude entsteht. „Elektroautos sind nicht nur klimaschonend, sie sind auch einfach und bequem zu fahren: Eine perfekte
Ergänzung, die beim altersgerechten Wohnen die nötige Mobilität erhält“, erläutert Benn Olaf Kretschmann und fügt an: „So können die Bewohner den Strom ihres kleinen Kraftwerks sogar mitnehmen.“ Für die Erledigungen und Fahren im Alltag seien E-Fahrzeuge optimal.

Mit Betreuung vom Profi

Mehr als 140 Wohnungen und sechs weitere Liegeschaften erwärmen die Stadtwerke bereits mit ihren dezentralen Heizungsanlagen – darunter etwa die Gemeinschaftsschule Nord, das Nissen-haus (ab Q4/2018) oder das Husum Bad. „Wir gestalten die Energiewende in Husum aktiv; Kraft-Wärme-Kopplung ist ein Baustein davon, weil sie hocheffizient und umweltschonend ist“, betont Benn Olaf Kretschmann. Von der Erfahrung und dem entsprechenden Know-how rund um Wärme-netze profitieren Hausbesitzer wie Bewohner gleichermaßen. „Die Anlagen werden von uns rund um die Uhr überwacht. Deshalb ist die Wärmeversorgung auch besonders zuverlässig“, informiert Kilian Wielgosch.

Bildunterschrift: Hier entsteht das erste Mieterstrom-Projekt in Husum: In der Lornsenstraße realisieren die Stadtwerke Husum ein individuelles Energiekonzept. Mieter können umweltschonend Strom und Wärme aus dem Mini-Kraftwerk im Keller beziehen. An der hauseigenen Ladestation können Elektroautos in Zukunft geladen werden. (Foto: Stadtwerke Husum)

2018-09-14T11:34:00+00:0010. September 2018|Contracting, E-Mobilität, Gas & Wärme, Unkategorisiert|