Das Dörp macht mobil

Verein in Horstedt zeigt, wie die Mobilität von morgen funktioniert ‒ Stadtwerke Husum statten Dorfplatz mit Ladesäule aus

HUSUM/HORSTEDT. Stecker rein und laden: In Horstedt ist seit einem knappen Jahr ein E-Fahrzeug im Auftrag der Gemeinschaft unterwegs. Das „Dörpsmobil“ des gleichnamigen Horstedter Vereins steht allen Mitgliedern zur Verfügung. Insgesamt 10.500 Kilometer hat es schon auf dem Tacho. Und ab sofort kann es jetzt ganz einfach geladen werden. Denn die Stadtwerke Husum haben für das Dörpsmobil eine Ladesäule errichtet. An der „Stromtankstelle“ am Gemeindehaus sind natürlich auch andere E-Mobilisten willkommen, sie verfügt über zwei Ladepunkte. Dort füllt sich der Akku des Dörpsmobils innerhalb von etwa eineinhalb Stunden auf bis zu 80 Prozent, vollgeladen ist er nach etwa zwei Stunden. Karen Hansen, Vorsitzende des Vereins Dörpsmobil Horstedt e.V., ist froh, dass die Übergangslösung nun ein Ende hat: „Mit der Ladesäule haben wir jetzt auch mehr Sichtbarkeit für unser Carsharing-Projekt“, sagt sie. Möglich gemacht haben die Ladesäule die Stadtwerke Husum gemeinsam mit dem Amt Nordsee-Treene, die Fördermittel für insgesamt 17 Stationen in der Region einwerben konnten. Wie einfach und schnell das Fahrzeug geladen werden kann, davon überzeugen sich Kilian Wielgosch von den Stadtwerken Husum, Bürgermeister Michael Hansen und Eva-Maria Kühl, Amtsleiterin des Amt Nordsee-Treene gemeinsam. „Klimaschutz und Carsharing gehen in Horstedt Hand in Hand. Die neue Station gibt unserem Engagement noch mehr Dynamik“, findet Michael Hansen.

Statt Zweitauto
Die Region Nordfriesland ist ein energiereicher Landstrich, allein im Gemeindegebiet von Horstedt stehen vier Windkraft- und drei Biogasanlagen, eine große Freiflächen-Solaranlage sowie zahlreiche Solarkollektoren auf den privaten Dächern. „Uns liegt die Region am Herzen, deshalb gestalten wir als kommunales Unternehmen die Energiewende in Nordfriesland aktiv mit. Elektromobilität ist ein wesentlicher Bestandteil davon“, sagt Kilian Wielgosch von den Stadtwerken. Für Karen Hansen, die das Dörpsmobil initiiert hat, ist E-Carsharing eine Herzensangelegenheit: „Wir haben hier in der Region so viel regenerativen Strom, den wir ungenutzt lassen. Stattdessen verbrennen wir in den Fahrzeugmotoren etwas, was wir nicht wieder herstellen können. Dabei gibt es doch Alternativen, die die Umwelt nicht belasten!“, stellt sie klar. Das Dörpsmobil sei eine solche Option. Sie selbst und viele Vereinsmitglieder nutzen das Fahrzeug vor allem für längere Strecken ‒ nach Hamburg oder Kiel. Die Vorurteile wegen geringer Reichweite oder mangelndem Fahrspaß findet sie unbegründet. Mit der Auslastung des Dörpsmobils in Horstedt ist der Verein indes zufrieden. Es wird rege und oft genutzt, „im Gegensatz zu manchem Zweitauto im Gemeindegebiet“, fügt sie an.

Fahrzeuge laden an allen Stationen der Stadtwerke Husum Ökostrom: Jede Station verfügt über zwei Ladepunkte mit 22 Kilowatt (kW) für Stecker des Typs 2, Hersteller ist EBG Compleo. Mit den Stationen im Gebiet des Amts Nordsee-Treene betreiben die Stadtwerke Husum insgesamt rund 50 eigene Ladepunkte. Die Zahl der Ladesäulen, die in der Region auf Betreiben der Stadtwerke installiert wurden, steigt somit auf 120.
Wer das Dörpsmobil nutzen möchte, kann einfach dem Verein beitreten. Jährlich kostet das 60 Euro, dazu kommen für jede gebuchte Stunde 3,50 Euro. Damit ist auch die Tankfüllung kostenlos ‒ das übernimmt der Verein für seine Mitglieder.

Bildunterschrift: Strahlten mit der Sonne um die Wette bei der Einweihung der Ladesäule am Horstedter Dörpshus (vlnr): Ute Laß (Mitglied), August Thomsen (Kassenwart), Karen Hansen (Vorsitzende) vom Verein Dörpsmobil Horstedt e.V., Eva-Maria Kühl und Julia Tetens vom Amt Nordsee-Treene, Kilian Wielgosch von den Stadtwerken Husum, und Michael Hansen, Bürgermeister Horstedt. (Foto: Stadtwerke Husum)

Neueste Beiträge

Kategorie