Turbulente Zeiten für Energiebeschaffung

Energie für Neues

17. November 2021

Stadtwerke Husum passen Preise für Erdgas an – historische Entwicklung an Märkten – Strompreise bleiben trotzdem stabil – Stadtwerke fangen Kunden insolventer Energieanbieter auf

HUSUM. Die Energiepreise am Großmarkt kannten über viele Wochen nur eine Richtung: nach oben. Besonders die Kosten für die kurzfristige Beschaffung von Erdgas hatten sich Anfang Oktober binnen eines Jahrs nahezu verzehnfacht. Diese historische Entwicklung bleibt auch für die Stadtwerke Husum GmbH nicht ohne Folgen: Im Zuge der Geschehnisse steigen die Gaspreise. „Dank unserer langfristigen Beschaffungsstrategie können wir die immensen Preissteigerungen am Spotmarkt für unsere Kunden erheblich abfangen. Dennoch steigt unser Gaspreis zum 1. Januar“, sagt Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Husumer Stadtwerke. Umso mehr freue er sich, dass die Strompreise unverändert bleiben. Das sei in der derzeitigen Situation keine Selbstverständlichkeit.

Einige Energieversorger mussten auf Grund der hohen Beschaffungspreise sogar Insolvenz anmelden oder Verträge kündigen. „In Husum bleibt aber trotzdem jedes Wohnzimmer hell und warm. Denn als von der Bundesnetzagentur bestimmter Grundversorger fangen wir diese Kunden in unserem Netzgebiet auf, ohne dass sie sich aktiv darum kümmern müssen“, beruhigt Benn Olaf Kretschmann.

Wirtschaft boomt weltweit: Energiehunger
Die Gründe für die Preisexplosion sind vielfältig. Das lange und kalte Frühjahr 2021 ist sicher einer davon. Die Gasspeicher in Deutschland sind deshalb weniger gefüllt als sonst, gleichzeitig steigt jedoch weltweit die Nachfrage nach den Rohstoffen. Insbesondere der Energiebedarf in Asien durch den Post-Corona-Boom beherrscht das Geschehen an den Handelsplätzen. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) haben sich die Großhandelspreise für Erdgas im innerhalb eines Jahres am Spotmarkt für die kurzfristige Beschaffung verzehnfacht. Zusätzlich steigen CO2-Preise für Erdgas auf die nächste Stufe. Energielieferanten wie die Husumer Stadtwerke müssen Emissionsrechte für die Menge an Kohlenstoffdioxid (CO2) kaufen, die bei der Verbrennung des jeweiligen Energieträgers anfällt. Diesen CO2-Preis für fossile Brenn- und Treibstoffe hatte die Bundesregierung Anfang dieses Jahres eingeführt. Er soll Verbraucher zu einem sparsameren Verbrauch motivieren. Ab 1. Januar 2022 klettert der Emissionspreis je Tonne auf 30 Euro und dann weiter bis auch 55 Euro je Tonne CO2 im Jahr 2025.

Besser sieht es beim Strom aus: Auch hier ist die Beschaffung an den Märkten massiv teurer geworden. Jedoch sinken die staatlich festgelegten EEG-Umlagen. In Kombination mit der langfristigen, professionellen Einkaufsstrategie ist das der Grund, warum die Husumer Stadtwerke die Strompreise in der Grundversorgung auch unter erschwerten Bedingungen halten können.

Die Preise ab Januar
Erdgas wird für Kundinnen und Kunden der Husumer Stadtwerke zum Jahreswechsel erstmals seit drei Jahren teurer. Für einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden bedeuten die neuen Erdgaspreise in einem Standardtarif monatliche Mehrkosten von 22 Euro.

Nur ein Teil der Kosten ist beeinflussbar
Energieversorger wie die Husumer Stadtwerke sind nur für einen kleinen Teil der Preiszusammensetzung verantwortlich. Denn beim Gas ist ein Drittel der Preise vom Staat festgelegt, durch Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Beim Strom sind in diesem Jahr 75 Prozent staatlich bestimmte Kostentreiber. Benn Olaf Kretschmann betont, dass die Husumer Stadtwerke den Spielraum, den sie bei der Energiebeschaffung haben, professionell ausnutzen. Durch eine nachhaltige Beschaffungsstrategie minimiert der Energieversorger das Preisrisiko. „Von den Vorteilen, die wir beim Einkauf erwirtschaften, profitieren stets unsere Kunden“, sagt Benn Olaf Kretschmann.

Ansprechpartner für die Presse:

Doris Hartung-Schach
Stadtwerke Husum GmbH
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