Energie für Neues

25. März 2026

Stadtwerke erhalten Förderung für Tiefengeothermie vom Land

Umweltminister Goldschmidt übergibt symbolisch Fördersumme von 152.000 Euro an Stadtwerke Husum – Geld finanziert Machbarkeitsstudie für Tiefengeothermie

HUSUM. Bis in einer Region mit Potenzial für Tiefengeothermie wirklich gebohrt werden kann, vergehen Jahre, denn die Prozesse sind langwierig. Dass es dieses Potenzial in Husum gibt, ist seit langem klar. Seit 2024 untersucht die Stadtwerke Husum GmbH (Stadtwerke Husum) ganz konkret die Möglichkeiten von Tiefengeothermie für eine zukünftige nachhaltige und ressourcenschonende Wärmeversorgung in Husum und Umgebung. Jetzt tritt das Projekt in eine entscheidende neue Phase: Die Stadtwerke Husum haben den offiziellen Förderbescheid für Gelder aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein erhalten. Am Dienstag (24. März) hat Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, den Förderbescheid persönlich an Benn Olaf Kretschmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum, überreicht. Beim Termin im Stadtwerke-Gebäude am Binnenhafen dabei waren auch Husums Bürgermeister Martin Kindl und Norbert Jungjohann, Geschäftsführer der Stadtwerke Husum Netz GmbH (Husum Netz). Die Stadtwerke Husum sind die Ersten, die Gelder aus dem im Jahr 2025 ins Leben gerufenen Fördertopf erhalten. „Wir bedanken uns beim Land Schleswig-Holstein für die Förderung, die uns in unserem Projekt und damit in unseren Planungen für eine klimafreundliche Wärmeversorgung Husums einen wesentlichen Schritt voranbringt“, sagt Benn Olaf Kretschmann. Die Fördersumme von insgesamt 152.000 Euro fließt direkt in eine Machbarkeitsstudie zur Erstellung einer Tiefengeothermiebohrung und damit verbundene Projektschritte.

Fördersumme finanziert Machbarkeitsstudie
Mit der nun gesicherten Finanzierung können die Stadtwerke im nächsten Schritt einen Spezialdienstleister mit der Machbarkeitsstudie beauftragen. Machbarkeitsstudien prüfen im Vorfeld von Probebohrungen die Erfolgsbedingungen eines Geothermie-Projekts – und sind damit wegweisend für den weiteren Projektverlauf. „Welche Erfolgsaussichten ein Vorhaben hat, bewerten die Experten auf der Basis einer Vielzahl von bestehenden und neu zu erhebenden geologischen und seismischen Daten“, erklärt Matthias Forthmann, der das Tiefengeothermie-Projekt bei den Stadtwerken Husum leitet. Verläuft alles nach Plan, rechnet er damit, dass die Ergebnisse der Studie den Stadtwerken im vierten Quartal 2026 vorliegen. „Bis zur eigentlichen Probebohrung – sofern die Machbarkeitsstudie positiv ausfällt – wird jedoch noch einige Zeit ins Land gehen“, ordnet der Fachmann ein. Denn für tatsächliche Bohrungen müssen im Vorfeld zunächst zum Beispiel Betriebspläne erstellt, behördlich geprüft und zugelassen werden. Zudem wäre ein gesondertes Beteiligungsverfahren erforderlich. Ein aufwändiges Projekt, das sich für die zukünftige Wärmeversorgung Husums jedoch durchaus lohnen könnte. „Mit der Tiefengeothermiebohrung könnten wir jährlich etwa 24 Gigawattstunden (GWh) Wärme erzeugen. Das reicht aus, um bis zu 2.000 Haushalte mit Wärme zu versorgen“, unterstreicht Thomas Leven, Leiter Energiewirtschaft und neue Geschäftsfelder bei den Stadtwerken Husum.

Wo stehen die Stadtwerke Husum bei der Tiefengeothermie?
Bereits im Februar 2024 hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Niedersachsen den Stadtwerken Husum eine zweijährige Aufsuchungserlaubnis bewilligt. Mit der Aufsuchungserlaubnis erhalten die Stadtwerke das Recht und die Hoheit, die tiefengeothermischen Möglichkeiten im Gebiet rund um Husum zwischen Hattstedt im Nordwesten und Mildstedt im Südosten auszuloten. Die Aufsuchungserlaubnis wurde zu Beginn dieses Jahres um weitere zwei Jahre bis Februar 2028 verlängert. Seit März 2024 liegen dem Energieversorger zudem die Ergebnisse einer Vorstudie vor, die das tiefengeothermische Potenzial in Husum belegen – und zeigen, dass weiterführende Untersuchungen sinnvoll sind.

Bildunterschrift: Stadtwerke Husum erhalten 152.000 Euro Förderung für ihr Tiefengeothermie-Vorhaben aus dem kommunalen Wärmefonds des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) Schleswig-Holstein. Bei der offiziellen Übergabe des Förderbescheids waren anwesend (v.l.n.r.): Thomas Leven (Leiter Energiewirtschaft und neue Geschäftsfelder Stadtwerke Husum), Martin Kindl (Bürgermeister Husum), Tobias Goldschmidt (Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein), Benn Olaf Kretschmann (Geschäftsführer Stadtwerke Husum GmbH), Matthias Forthmann (Projektleiter Wärme und Contracting Stadtwerke Husum).

Ansprechpartner für die Presse:

Doris Hartung-Schach
Stadtwerke Husum GmbH
Am Binnenhafen 1
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